Ruhm der Ukraine: Nazi-Symbole an Neubrandenburger Sowjet-Ehrenmal und KZ-Gedenktafel | Nordkurier.de

Ruhm der Ukraine: Nazi-Symbole an Neubrandenburger Sowjet-Ehrenmal und KZ-Gedenktafel | Nordkurier.de

22 Aprile 2022 0 Di Luna Rossa

In Blau und Gelb prangten kyrillische Schriftzüge sowie rechtsextreme Symbole an den Ehrendenkmalen für die Gefallenen der Roten Armee sowie für KZ-Opfer.

Mirko Hertrich

Neubrandenburg

Das sowjetische Ehrenmal sowie das Frauenehrenmal für weibliche KZ-Opfer auf dem Neuen Friedhof in Neubrandenburg sind von Unbekannten beschmiert worden. Wie der Nordkurier am Mittwoch nach einem Leserhinweis am Neuen Friedhof feststellte, wurden das Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Rotarmisten sowie eine Tafel am Frauenehrenmal für die Opfer der KZ-Außenstelle Ravensbrück mit Schriftzügen in blauer und gelber Farbe verunstaltet – Blau und Gelb sind die Nationalfarben der Ukraine.

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Diese wird unter anderem vom in der Ukraine verwendet.

Nazi-Symbole auf KZ-Gedenktafel

Auf dem sowjetischen Ehrenmal stand in ukrainischer Sprache zu lesen: „Ruhm der Ukraine” (Слава Україні!) und „Den Helden Ruhm” (Героям слава!). Dabei handelt es sich um den offiziellen Gruß der ukrainischen Streitkräfte. Daneben wurde vermutlich eine sogenannte Wolfsangel aufgesprüht. Das Symbol der Wolfsangel wurde unter anderem von den Nationalsozialisten verwandt und gilt deswegen in Deutschland als Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Das von Experten als nationalistisch und rechtsextrem eingestufte ukrainische Regiment “Asow”, das aktuell die Hafenstadt Mariupol verteidigt, führt ebenfalls die Wolfsangel im Wappen.

Die Informationstafel wurde neben einer Wolfsangel-Rune mit weiteren rechtsextremen Symbolen beschmiert wie einem Hakenkreuz und vermutlich einem Keltenkreuz. Mit der Informationstafel wird an 99 Todesopfer aus der Neubrandenburger Außenstelle des KZ Ravensbrück erinnert, die dort beigesetzt wurden. Unter den rund 6000 Frauen, die während der NS-Zeit in Neubrandenburg unter teils unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten, waren auch viele Ukrainerinnen.

Das Polizeipräsidium Neubrandenburg leitete von Amtswegen Ermittlungen ein, die der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg übernimmt. Das ist in Fällen üblich, bei denen der Verdacht einer politischen Motivation besteht. Diese könnte wegen eines Bezugs zum Überfall Russlands auf die Ukraine gegeben sein, auch kommt es zum Geburtstag von Adolf Hitler immer wieder zu rechtsextremen Aktionen. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Sachbeschädigung. Die Stadt Neubrandenburg will die Schmierereien nach einer Dokumentation möglichst schnell entfernen lassen, wie es auf Anfrage aus dem Rathaus hieß.

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